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Der Islandhund, ein Hund für "Ausgeschlafene"

Wir möchten hier unseren ganz subjektiven Blick auf den Islandhund wiedergeben, und nicht das offizielle Rasseportrait mit Maßen, Farben und erwünschten Wesenszügen, wie Sie es im Netz zig-fach finden können.
Wir denken, damit ist Ihnen, dem Rasseinteressierten, sicherlich mehr geholfen. Das heißt, alles hier gesagte ist unsere subjektive Erfahrung, vor allem auch mit unseren eigenen Hunden! Ein anderer Islandhundehalter mag den einen oder anderen Punkt ganz anders sehen...

Nach über zehn Jahren mit unseren Kooikerhondjes wünschten wir uns einen ebenso liebenswerten, aber etwas unerschrockeneren und alltagstauglicheren Hund, der draussen auf sich selbst aufpassen kann, nicht so leicht unter die Räder gerät, unkompliziert ist mit allen anderen Hunden und sonstigem Getier und vor allem auch kinderfreundlich ist. Er sollte ebenfalls mittelgroß sein, hübsch anzusehen und nicht nach Hund riechen, da waren wir verwöhnt von unseren Kooikern...
Wir wünschten uns aber auch wieder einen sensiblen, intelligenten Hund, der leichtführig ist und durch positive Verstärkung leicht erziehbar.
Zu guter letzt sollte es eine robuste und gesunde Rasse sein, die nicht mit so vielen Erbkrankheiten belastet ist.

Der Literatur nach mußte der Islandhund ziemlich genau das sein, was wir uns vorstellten, abgesehen von der vielfach erwähnten "Bellfreudigkeit"!
Alles andere passte, sogar der Jagdtrieb wird ja häufig als "verkümmert" beschrieben...

Und dann zog Maeli bei uns ein....

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      Maeli und Nóa  
         
 

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Maeli, immer aufmerksam!

 

Maeli war von Anfang an ausgesprochen wach, was ihre Umwelt anging und hatte das ganz dringende Bedürfnis, alle und alles persönlich kennenzulernen. Und dafür war ihr kein Weg zu weit! Wir haben unsere Welpen und Junghunde wo immer es geht frei laufen, mit Maeli war das manchmal eine Herausforderung! Sie wäre auch einen Kilometer alleine gelaufen, um einen Hund zu begrüssen oder sich etwas anderes Spannendes anzusehen...
Nóa hatte dieses Bedürfnis auch, wäre aber nicht ganz so weit von uns weggelaufen um den Wunsch umzusetzen. Maelis Radius ist enorm, wenn wir sie lassen. Sie läuft immer mit, aber oft auch in großer Entfernung um beispielsweise eine Mäuschenwiese zu inspizieren, Nóa würde sich nicht so weit entfernen- sie könnte uns ja verlieren. Diesen Gedanken hatte Maeli zunächst mal nicht...
Wenn uns jedoch Hunde begegnen, dann möchten alle sofort wissen, um wen es sich hier handelt!
Inzwischen haben wir vier Islandhunde, aus Maelis Wurf haben wir Anísa behalten, und aus Nóas letztem Wurf ist Elja bei uns geblieben. Vier Islandhunde sind nun noch eimal deutlich mehr Herausforderung als zwei ;-) Zum Glück ist Anísa nicht so sehr interessiert an fremden Menschen, außerhalb der Familie. Bei ihr müssen wir nicht befürchten, daß sie Spaziergänger anspringt vor Begeisterung, was bei Maeli immer noch mal vorkommt, wenn die Wellen hoch schlagen und vor allem, wenn sie angesprochen und gestreichelt wird.

Auf unseren Rückruf reagieren alle vier Hunde sehr gut, wenn die Ablenkung nicht zu verführerisch ist und wir schnell genug reagieren. Sie sind sehr selbständig und wurden nicht, wie viele andere Rassen, auf die gezielte Zusammenarbeit mit dem Menschen hin selektiert, sondern hatten auf den Höfen Islands ihre eigenen Aufgaben, wie z.B. Krähen verscheuchen, die sie selbständig erledigt haben. Das merkt man eben auch! Obwohl wir die Bindung zu uns bei allen vieren als sehr eng empfinden, agieren sie draussen gerne auch mal instinktiv eigenständig und die Gruppendynamik ist nicht zu unterschätzen!!

Ich erlebe alle vier als freundlich, mit allem, was uns begegnet, die Begegnung mit anderen Hunden ist meist völlig problemlos. Was aber nicht heißt, daß sie Streit aus dem Weg gingen. Werden sie blöd angemacht, dann verteidigen sie sich auch. Auch habe ich die Isländer draussen niemals wirklich ängstlich erlebt, höchstens mal vorsichtig angesichts einer seltsamen Situation oder Gestalt. Was manchmal ein Thema ist, sind Ressourcen und ihre Verteidigung, auch innerhalb des Rudels. Dazu zählen auch Eifersüchteleien bzgl. unserer Gunst oder auch fremden Hunden gegenüber. Da hilft dann eine klare Ansage. Das nette ist, daß sie überhaupt nicht nachtragend sind- wenn sie sich in der Wolle hatten ist es auch sofort wieder gut.

 
         
         
 

Sie haben alle viel Temperament, sind spritzig, wach, oft laut, haben viel Tempo und zeigen schnelle Reaktionen. Man sollte "ausgeschlafen" sein, wenn man mit ihnen rausgeht! Sie wollen laufen, auch ohne Leine! Kein Hund für die kleine Runde im Stadtpark oder Gebiete mit Leinenpflicht. Sie sehen nahezu alles ziemlich unmittelbar, was im Wald eine Herausforderung sein kann. Es empfiehlt sich, schneller zu sein als die Hunde, damit man noch reagieren kann, unbedingt zurückrufen und anleinen, wenn Rehe zu sehen sind, oder Spaziergänger mit hellen Hosen auf uns zukommen.
Der Wunsch, allem was sich bewegt hinterherzusausen ist gerade beim jungen Islandhund sehr ausgeprägt. Mit viel Übung und natürlich auch Älterwerden wird das dann deutlich besser. Das "Krähen verfolgen" scheint wirklich genetisch verankert zu sein, denn das machen alle, bis ins mittlere Erwachsenenalter mit großer Begeisterung, wenn wir ihnen keinen Strich durch die Rechnung machen.
Das die Jagdlust nicht vorhanden sein soll, gilt für Island, wo es kein Wild gibt! Bei uns hängt es entscheidend davon ab, wo man spazieren geht. Wir haben hier sehr ausgedehnte Wälder mit viel Wild und da haben wir die drei jüngeren Hunde meistens an 10 - Meter Schleppleinen, die einen gewissen Radius erlauben, aber das "Losflitzen" angesichts von Wild verhindern. Bei einem Einzelhund funktioniert der Rückruf angesichts von Wild vielleicht noch halbwegs, bei vieren wird es schwer bis oft auch unmöglich. Da wollen wir kein Risiko eingehen.
Auf freien Flächen dürfen sie fast immer frei laufen und gehen gerne ausgiebig auf Mäuschensuche, die sie passioniert fangen und zum Teil auch verdrücken.

Wenn wir mit den Hunden rausgehen, dann sollte unsere Aufmerksamkeit unterwegs ganz den Hunden gehören. Wenn man nebenher mit der Freundin schwätzen möchte, kann einem schnell was durch die Lappen gehen!

Ab und zu Radfahren mit ihnen, wenn sie ausgewachsen sind, oder auch mitlaufen am Pferd finden sie super. Mit unseren Kooikern haben wir Agility gemacht, das war mit Maeli nicht möglich, dazu war sie zu aufgedreht... sie ist dafür ein super Suchhund, das gleicht sie aus und bringt sie dazu, sich besser zu konzentrieren. Diese Hunde sind sehr leicht zu begeistern und können dabei gut hochdrehen- ein ruhiger Umgang, egal was man mit ihnen macht, hilft sehr den Ball flach zu halten.

Wenn sie sich freuen oder miteinander spielen dann wird es immer laut. Mit Bellen drücken sie ihre Freude und Begeisterung aus, was man teilweise schon als Lärmbelästigung bezeichnen kann, zumindest, wenn mann mehrere Isländer hat. Auch von diesem Standpunkt aus sind diese Hunde

 

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Nóa als Junghund

 
         
         
 

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Anísa mit 9 Wochen

 

nicht für eine Etagenwohnung in einem Mehrparteienhaus geeignet. Sie hören alles und neigen dazu, Geräusche zu kommentieren. Solange man zu Hause ist, kann man gegensteuern, aber wenn der Hund mal alleine in der Wohnung bleiben soll und dann jedes Geräusch aus dem Treppenhaus kommentiert, dann finden die Nachbarn das bald nicht mehr lustig!

Unsere vier haben nahezu immer gute Laune, sind anhänglich und sehr verschmust. Nóa braucht noch viel mehr Nähe als Maeli und Anísa. Sie ist sozusagen mein Schatten, möchte überall mit hin und liebt nix mehr, als auf dem Sofa eng an meinen Oberschenkel gedrückt zu liegen. Alleine bleiben ist für sie schwer. Während unsere Kooiker sowohl Menschen als auch besonders anderen Hunden gegenüber immer eine gewisse Individualdistanz haben wollten, kann es speziell Nóa nicht nah genug sein.

Wir denken, daß es für einen Islandhund unbedingt schöner ist, kein Einzelhund zu sein! Sie sind sehr verspielt bis ins höhere Alter und eben sehr gesellig. Für den Besitzer ist der zweite Isi auch sehr positiv, denn die beiden beschäftigen sich viel miteinander, während der einzelne Hund ja immer sein Herrchen bzw. Frauchen anguckt: "was machen wir denn jetzt?"

Wenn Sie einen Islandhund in die Familie holen möchten, dann denken Sie doch dem Hund zuliebe darüber nach, ob später eventuell noch Platz für Nummer zwei sein könnte... ;-)

Unsere Hunde sind sehr verträglich auch mit Tieren anderer Gattungen, wie zum Beispiel unseren Meerschweinchen. Sie haben gelernt, daß diese zur Familie gehören und nicht gefressen werden!

Mit den Ponies ist es auch sehr unkompliziert gewesen von Anfang an. Wenn Katzen im Haushalt leben, dann stellt sich der junge Islandhund gut darauf ein und es ist schon so manche Freundschaft daraus entstanden.

 

 
         
         
         
 

Im Haus sind unsere Isländer gut zu haben und eher ruhig, wenn die tägliche Bewegung stimmt.
Die Fellpflege ist unkompliziert und beschränkt sich auf gelegentliches Bürsten, außer in der Zeit des Haarwechsels. Da empfiehlt sich tägliches Bürsten, sonst fliegen die Flocken der ausgehenden Unterwolle durch die Wohnung. Es bilden sich auch immer mal wieder Filze hinter den Ohren, die herausgezupft oder notfalls -geschnitten werden müssen.

Unsere Hunde fahren viel und auch gerne Auto, denn am Ende der Fahrt wartet der Spaziergang oder der Pferdestall. Ans Autofahren muß man den jungen Islandhund gut gewöhnen, denn das finden sie anfangs nicht so klasse! Maeli, Anísa und Nóa dürfen auf der Rückbank mitfahren, Ellie kommt nach wie vor in eine Faltbox. Sie tut nicht gut wenn sie frei ist und hüpft von Fenster zu Fenster um ja nichts zu verpassen!

 

Zusammengefasst: Der Islandhund ist ein hochintelligenter, munterer, gutmütiger, oft mals lauter, aber auch sensibler Familienhund, der es liebt, dabei sein zu dürfen und Abwechslung zu haben. Durch seine Intelligenz gepaart mit Temperament fordert er seine Besitzer durchaus, dankt die Mühe aber mit großer Zutraulichkeit und Anhänglichkeit. Ein Islandhundebesitzer sollte bereit sein, den Hund "ganz" in sein Leben zu lassen! ;-))

 

 

 

Anísa (links) und Nóa sitzen beide gerne auf dem Schoß, zur Not auch zu zweit wie man sieht!

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Unsere Hunde lieben Wasser, Anísa ist eine passionierte Schwimmerin, egal wie kalt es ist!


Dieses Bild sagt alles aus über Nóa! Hier mußte sie im Tierpark unbedingt die Giraffen sehen!! ;-))

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